Exkursion der Klasse 9 D in die
Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
(ehemaliges Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit in der ehemaligen DDR)
Wann wurde die DDR gegründet? Was passierte am 15. Januar 1990?
Wann wurde die Mauer gebaut und wer war dafür verantwortlich?
Ihr wisst das nicht genau?
Wir wussten es auch nicht, es wird ja immer gesagt, dass so etwas Allgemeinbildung ist, doch wie soll man Bescheid wissen, wenn niemand richtig darüber redet? Genau aus diesem Grund haben wir uns im Deutschunterricht mit dem Thema „Die DDR“ beschäftigt. Wir hörten uns Vorträge an, sahen Erinnerungsstücke unserer Eltern mit den passenden Geschichten und lasen ein Buch von Klaus Kordon. Dieser schildert in „Krokodil im Nacken“ seine Geschichte vom geplanten Fluchtversuch seiner Familie in den siebziger Jahren, um über Bulgarien in die damalige BRD zu gelangen. Dieser misslang und endete für ihn im Untersuchungsgefängnis Berlin-Hohenschönhausen. Klaus Kordon beschreibt die Zellen genauso wie die psychischen Tricks der Verhörer. Die ganze Thematik weckte großes Interesse bei uns Schülern, sodass wir uns schließlich am 18. April mit dem Reisebus auf den Weg nach Berlin in die Gedenkstätte Hohenschönhausen machten.
Auf dem Gelände angekommen, begaben wir uns als Erstes in einen kleinen Laden, der mit einer Masse an Lesematerial beeindruckte. In diesem Raum gab es unzählige Bücher von ehemaligen Häftlingen, unter anderem auch von Klaus Kordon, und Geschichtsbücher über die DDR, die man erwerben konnte. Wenig später wurde uns in einem Nebenraum ein informativer Film über das Gefängnis gezeigt, um uns einen kleinen Einblick zu geben, was gleich auf uns zukommen wird. Alle waren geschockt, als wir beispielsweise hörten, dass Häftlinge manchmal einfach so stundenlang in einem einfachen Raum, mit einem Schrank und Stuhl ausgestattet, warten mussten, ohne wirklich zu wissen, warum. In dem Schrank hinter dem Stuhl war in einem Fall sogar ein Röntgengerät versteckt. Was das für Folgen hatte, kann sich jeder selbst denken. Nach diesem Film wurde die Klasse schließlich aufgeteilt, jede der Gruppen bekam einen Zeitzeugen zur Verfügung gestellt. Dieser führte uns auf dem Gelände herum und erklärte uns den für ihn wichtig erscheinenden Ort. Beide Gruppenleiter haben sehr gut und Interesse weckend gesprochen, sodass es für die Mehrheit der Schüler nicht langweilig wurde. Während des gesamten Rundganges erhielten wir einen faszinierenden Einblick in die eigene Lebensgeschichte unseres Gruppenleiters mit all seinen Erlebnissen. Es war interessant zu sehen, wie sehr er wieder in seiner Geschichte „drin“ und beim Sprechen über seine Erlebnisse noch ergriffen war. Trotz des zuvor erlangten Wissens waren wir zutiefst erschrocken und ergriffen über das, was den Menschen in einem solchen Gefängnis widerfahren ist. Nach Beendigung des Ausfluges war jeder der Meinung, dass es sich gelohnt hat, in die Gedenkstätte Hohenschönhausen zu fahren, denn jetzt kann sich jeder eine Meinung zur Thematik erlauben.
Wir bedanken uns noch einmal bei Frau Marschetzky für die Organisation des Ausfluges und die Tatsache, dass sie dieses Thema mit uns behandelt hat, obwohl es im Lehrplan gar nicht vorgesehen ist.
Text und Fotos Annchristin Noack und Christin Caßbaum























